Aktion wider den undeutschen Geist: Unterschied zwischen den Versionen

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==== Vorbereitungsmaßnahmen ====
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Die Büchereintreibung bei den Buchhändlern steiß auf juristische Bedenken<ref>U.a. in [[Aktion wider den undeutschen Geist (Breslau)|Breslau]]</ref>, die selbst die [[Deutsche Studnetenschaft]] nicht bereit war zu "decken". Sie musste sogar feststellen, dass eine "einheitliche Regelung für das gesamte Reichsgebiet" durch die DSt nicht zu erreichen war.<ref>Brief von [[Hanskar Leistritz]] an die Breslauer Studentenschaft: Bundesarchiv, Akten der DSt, I * 21 C 14/3, Bl. 77. Hier nach ''[[Die Bücherverbrennung]]'', S. 186.</ref>


=== 2. Phase: Aktion (Mai) ===
=== 2. Phase: Aktion (Mai) ===
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* [[Der jüdische Student]], 20. Jg., Heft 2, Mai 1933:
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: In der Zeitschrift des Kartells jüdischer Verbindung wird nichts zur Bücherverbrennung mitgeteilt.
: In der Zeitschrift des Kartells jüdischer Verbindung wird nichts zur Bücherverbrennung mitgeteilt.
* Saremba, Katharina: ‚Wider den undeutschen Geist‘, Bücherverbrennungen im ‚Dritten Reich‘ und ihre Berichterstattung in den österreichischen Medien (= Diplomarbeit), Wien 2009.[http://othes.univie.ac.at/5552/1/2009-06-22_9803973.pdf PDF]
== Mein Forschungsinteresse: Bücherverbrennung und Studentenverbindungen ==
[[Datei:Bücherverbrennung 1933 Otto Gerhausen.JPG|thumb|Zeitgenössisches Gemälde von Otto Gerhausen mit Korporierten im Hintergrund]]
Die [[Bücherverbrennung]] wurde 1933 von der [[Deutsche Studentenschaft|Deutschen Studentenschaft]] organisiert und dann dezentral - vorrangig an Hochschulen - umgesetzt. Bilder, auf denen [[Korporierte|Korporiert]] in [[Vollwichs]] die brennenden Bücherhaufen flankieren, sind allseits bekannt und werden oft pauschalisierend als Tatbeweis herangezogen. Eine Forschung über die tatsächliche Beteiligung (Vorbereitung, Logistik, Ideologisch, Rednerschaften etc.) gibt es nicht. Auch eine Differenzierung zwischen den [[Verbindungsarten|Formen von Studentenverbindungen]] findet nicht statt, obwohl es 1933 tausende von Studentenverbindungen an deutschen Hochschulen gab und sicher nur ein Bruchteil an den Verbrennungen beteiligt war.
Meine Thesen:
# Die Veranstaltung wurde als Universitätsveranstaltung wahrgenommen, dementsprechend haben die gleichen Korporationen chargiert wie auch zu früheren Veranstaltungen; Conventsdiskussionen über die Teilnahme wird es nicht gegeben haben.
# Es war eine zentral gesteuerte Veranstaltung nach gleichem Muster an allen Universitäten
# Korporationen wurden zur Wahrung des alten Glanzes eingebunden ("Akademischer Tag von Potsdam"?)
# Viele Korporationen waren noch gar nicht aus den Ferien zurück, deshalb teilweise auch nur Mindestbeteiligung möglich
== Endnoten ==
<references/>

Aktuelle Version vom 10. Januar 2026, 21:21 Uhr



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Die Aktion wider den undeutschen Geist war eine reichsweit von der Deutschen Studentenschaft geplante, organisierte und dann dezentral durchgeführte Propaganda-Aktion zur Zerstörung vermeintlich antideutscher Literatur.

Geschichte

1. Phase: Planung (April/Mai)

Intitiatoren

Am 1. April begann der offizielle Judenboykott, am Folgetag kam die Idee auf, dies auf das akademische Gebiet zu übertragen.[1]

Die Umsetzung erfolgte durch die Deutsche Studentenschaft. Zwischen dieser un dem Propagandaministerium gab es nur zwei Kontakte: Die Geldbewilligung und am 9.4.1933 durch die offizielle Anfrage an Goebbels.[2]

Planung

Vorbereitungsmaßnahmen

Die Büchereintreibung bei den Buchhändlern steiß auf juristische Bedenken[3], die selbst die Deutsche Studnetenschaft nicht bereit war zu "decken". Sie musste sogar feststellen, dass eine "einheitliche Regelung für das gesamte Reichsgebiet" durch die DSt nicht zu erreichen war.[4]

2. Phase: Aktion (Mai)

Berlin | Bonn | Breslau | Darmstadt | Erlangen | Gießen


3. Phase: Nachträgliche Aktionen (ab 10. Mai)

Insgesamt gab es 30 Bücherverbrennungen durch die [DSt]] und 31 durch die HJ.[5]

Erinnerungskultur

Überblick

Datum Ort Ausschuss Veranstalter Redner Bücher Anmerkungen
1933-05-10 Berlin Kreis X der DSt Alfred Baeumler, Fritz Hippler, Herbert Gutjahr, Josef Goebbels, Hanskar Leistritz 25.000 Hauptartikel Aktion wider den undeutschen Geist (Berlin)
1933-05-08 Gießen Stud. Adam Hauptartikel Aktion wider den undeutschen Geist (Gießen)

Siehe auch

Quellen und Literatur

In der Zeitschrift des Kartells jüdischer Verbindung wird nichts zur Bücherverbrennung mitgeteilt.
  • Saremba, Katharina: ‚Wider den undeutschen Geist‘, Bücherverbrennungen im ‚Dritten Reich‘ und ihre Berichterstattung in den österreichischen Medien (= Diplomarbeit), Wien 2009.PDF

Mein Forschungsinteresse: Bücherverbrennung und Studentenverbindungen

Zeitgenössisches Gemälde von Otto Gerhausen mit Korporierten im Hintergrund

Die Bücherverbrennung wurde 1933 von der Deutschen Studentenschaft organisiert und dann dezentral - vorrangig an Hochschulen - umgesetzt. Bilder, auf denen Korporiert in Vollwichs die brennenden Bücherhaufen flankieren, sind allseits bekannt und werden oft pauschalisierend als Tatbeweis herangezogen. Eine Forschung über die tatsächliche Beteiligung (Vorbereitung, Logistik, Ideologisch, Rednerschaften etc.) gibt es nicht. Auch eine Differenzierung zwischen den Formen von Studentenverbindungen findet nicht statt, obwohl es 1933 tausende von Studentenverbindungen an deutschen Hochschulen gab und sicher nur ein Bruchteil an den Verbrennungen beteiligt war.

Meine Thesen:

  1. Die Veranstaltung wurde als Universitätsveranstaltung wahrgenommen, dementsprechend haben die gleichen Korporationen chargiert wie auch zu früheren Veranstaltungen; Conventsdiskussionen über die Teilnahme wird es nicht gegeben haben.
  2. Es war eine zentral gesteuerte Veranstaltung nach gleichem Muster an allen Universitäten
  3. Korporationen wurden zur Wahrung des alten Glanzes eingebunden ("Akademischer Tag von Potsdam"?)
  4. Viele Korporationen waren noch gar nicht aus den Ferien zurück, deshalb teilweise auch nur Mindestbeteiligung möglich

Endnoten

  1. Laut Werner Treß an einem Vortrag zur Bücherverbrennung an der HU.
  2. Laut Werner Treß an einem Vortrag zur Bücherverbrennung an der HU.
  3. U.a. in Breslau
  4. Brief von Hanskar Leistritz an die Breslauer Studentenschaft: Bundesarchiv, Akten der DSt, I * 21 C 14/3, Bl. 77. Hier nach Die Bücherverbrennung, S. 186.
  5. Laut Werner Treß an einem Vortrag zur Bücherverbrennung an der HU.