Schwarze Verbindung Fridericiana Leipzig

Aus Hochschulgeschichte
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Schwarze Verbindung Fridericiana Leipzig
(heute: Fridericiana Mannheim)
Wappen: Turnerschaft Fridericiana Leipzig-Wappen.jpg
Zirkel: Datei:Turnerschaft Fridericiana Leipzig-Zirkel.jpg
Farben: Hellblau-silber-dunkelblau.jpg
Burschenband: -
Fuxenband: -
Status: Umbenannt
Gründung: 16. Juli 1882
Wahlspruch: Semper idem!
Bundeslied: Dort Saaleck, hier die Rudelsburg
Dachverband: REC, RVSV
Kartell: Schwarze Verbindung Askania Berlin (1903-1907)
Freundschaftsverhältnis: -
Prinzipien: Farbenführend, Satisfaktionsgebend
Adresse:
Leipzig
Webseite: -


Die Schwarze Verbindung Fridericiana Leipzig entstand am 19. Dezember 1901 durch Umbenennung des Studentisch-Wissenschaftlichen Vereins Fridericiana Leipzig und vollzog somit die Umwandlung vom Akademischen Verein in eine Verbindung. 1924 wandelte sich Fridericiana in die Freie schlagende Verbindung Fridericiana Leipzig.

Geschichte

1901 trat nochmals verstärkt hervor, dass die Aktivitas eine Umwandlung des Vereins in eine Verbindung forcierte.[1] Am 19. Dezember 1901 wandelte sich der Verein in die Schwarze Verbindung Fridericiana Leipzig.[2]

Am 20. Stiftungsfest im Juli 1902 wurde erstmals in Vollwichs chargiert.[3]

Am 12. Januar 1903 ging Fridericiana mit der Schwarzen Verbindung Zittavia Leipzig eine Lokalkonvention ein.[4] Am 18. Juli 1903 schloss Fridericiana ein Kartell mit der Schwarzen Verbindung Askania Berlin.[5]

Im WS 1903/04 schaffte sich Fridericiana eigene schwere Waffen an.[6]

Am 24. November 1904 schloss Fridericiana ein Waffenbündnis mit Istaevonia Leipzig,[7] was im SS 1905 wieder gelöst wurde, das Istaevonia das schwarze Prinzip aufgab.[8]

1906 verschärfte sich die Beziehung der Aktivitas mit den Alten Herren, da die Studenten das Fechten forcierte (Konvenienzmensur) und die Akademiker das wissenschaftliche Prinzip (Ablehnung Bestimmungsmensur) in den Fokus stellen wollten.[9]

1907 wurde ein Hausfonds gegründet, um ein eigenes Haus zu erwerben.[10] Im gleichen Jahr wurde des Status des Conkneipanten trotz Skepsis der Alten Herren eingeführt.[11] Am Ende des SS 1907 wurde das Kartell mit Askania Berlin gelöst, woraufhin Askania eine Chargenforderung übersandt, die jedoch ein Ehrengericht als unbegründet verwarf.[12]

1908 wurde der Konkneipanten-Status wieder abgeschafft und der AHV akzeptierte die Konvenienzmensur.[13] Zum 30. Juli 1908 luden Fridericiana und die Schwarze Verbindung Chattia Gießen zu einem Vertretertag anlässlich der Gründung eines Schwarzen Verbandes in den Kölner Hof in Frankfurt am Main ein.[14] Fridericiana übernahm den ersten Vorsitz des Verbandes sowie die Redaktion des Verbandsorganes.[15]

Im WS 1908/09 erweiterten Istaevonia und Fridericiana ihr Waffenbündnis um die Akademische Turnverbindung Alemannia Leipzig.[16]

Beim Festumzug anlässlich des 500. Jubiläums der Universität Leipzig 1909 stellte Fridericiana die Studentenwache dar.[17]

Im SS 1910 focht Fridericiana die erste PP-Suite auf Säbel gegen die Verbindung Hercynia.[18]

Im WS 1910/11 löste sich das Waffenbündnis, da Alemannia Fridericiana Verfehlungen vorwarf. Es folgte eine Chargen-PP zwischen Alemannia und Fridericiana, das verhältnis zu Istaevonia blieb unbeschadet.[19]

Um 1911 litt Fridericiana stark unter Nachwuchssorgen, was erneut zu Diskussionen zwischen den Alten Herren und der Aktivitas führte bezüglich der Sinnhaftigkeit eines Schwarzen Verbandes, des Fechtens und einer eventuellen Rückbesinnung auf das wissenschaftliche Prinzip. In dieser Zeit traten auch einige Alte Herren aus, da sie sich mit der Entwicklung zur schlagenden Korporation nicht identifizieren konnten.[20] Im SS 1912 trat ein Alter Herr aus dem Altherrenverband aus und blieb gleichzeitig Mitglied der Verbindung. Diese Situation führte zur Verschärfung der starken inneren Spannungen.[21]

Im WS 1913/14 war die "Zuversicht auf Nullpunkt"[22] gesunken, wobei in der Mitte des Semesters plötzlich fünf Füxe eintraten.[23] Dies wurde versucht, zum Anlass zu nehmen, um die offenen Diskrepanzen zu glätten, was jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges nicht umgesetzt werden konnte.[24]

Am 4. August 1914 übergab die Aktivitas die Schlüssel an die Alten Herren.[25] Ende Oktober 1914 kamen schon die ersten Mitglieder zurück nach Leipzig, da sie ausgemustert wurden.[26] Ende 1914 hatte Fridericiana den Vorsitz im REC sowie in der Gruppe IVa des AStA Leipzig inne.[27]

Während des Ersten Weltkrieges fanden rege Diskussionen über die Gestaltung der Verbindung nach dem Krieg statt.[28]

Am 3. August 1919 gründete sich der Rothenburger Verband Schwarzer Verbindungen, dem Fridericiana erneut angehörte.[29]

1920 gehörte Fridericiana dem neu gegründeten Waffenring Leipzig an.[30] Zum 38. Stiftungsfest (Juli 1920) wurde ein von Heinrich Quint entworfenes Ehrenmal für die 18 gefallenen Bundesbrüder eingeweiht.[31] Im August 1920 wurde der AHV ins Vereinsregister am Amtsgericht Dresden eingetragen und der Vorkriegs-Konflikt um den AH-Status wurde im Sinne der Alten Herren beigelegt.[32]

1922 wurde ein Paukverhältnis mit Istaevonia eingegangen.[33] Die Folgejahre standen im Zeichen der Inflation, beispielsweise wurde der Hausfonds aufgelöst und der Beitrag im AHV wurde gestaffelt.[34]

Im WS 1923/24 haben sämtliche Spefüxe abgesagt, da sie die Mitgliedschaft in einer farbentragenden Korporation bevorzugten. In Folge legte sich Fridericiana ebenfalls Band und Mütze zu und gab so das schwarze Prinzip auf. 1924 wandelte sich Fridericiana in die Freie schlagende Verbindung Fridericiana Leipzig um.[35]


Kneipen

  • Café Hanisch (Zum Bienenkorb) (Dresdner Str. 12)[36]
  • 1. April 1903: Umzug in den Wettiner Hof (Windmühlstraße 44)[37]
  • 1904: Umzug in die Brüderstraße 9 - erstmals eigene Bewirtschaftung.[38]
  • 1905: Umzug in die Parterrewohnung des Café Pöhnlein (Zeitzstr. 19)[39]
  • 1907: Umzug in die Hohe Straße 43
  • 1919: Anfangs wöchentliche Treffen im Restaurant Neues Theater

Siehe auch

Berühmte Mitglieder

  • N.N.

Quellen und Literatur

Endnoten

  1. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 33.
  2. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 34.
  3. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 35.
  4. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 35.
  5. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 36.
  6. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 36f.
  7. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 37.
  8. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 38.
  9. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 39.
  10. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 43.
  11. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 43.
  12. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 43.
  13. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 44.
  14. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 44.
    Pfingsten 1911 wurde der Verband in Rothenburger Erster Convent umbenant.
  15. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 45.
  16. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 46.
  17. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 47.
  18. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 48.
  19. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 49.
  20. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 50ff.
  21. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 52f.
  22. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 53.
  23. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 53.
  24. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 54f.
  25. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 54f.
  26. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 55.
  27. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 55.
  28. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 57f.
  29. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 59.
  30. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 60.
  31. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 61.
  32. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 60f.
  33. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 64.
  34. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 64ff.
  35. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 67f.
  36. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 29.
  37. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 36.
  38. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 38.
    Dies war dadurch bedingt, dass der Leipziger Gastwirtschaftsverband beschlossen hatte, nicht mehr an Korporationen zu vermieten.
  39. Vgl. Hölcke: Fridericiana 1882-1982, S. 38.